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Das Freien um Ferb

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Tochmarc Ferbe

Edited by Ernst Windisch

Das Freien um Ferb

von ganz weissem Silber an ihnen.…

[1]  253a{} von ganz weissem Silber an ihnen. Glänzend weisse Leibröcke hatten sie an, mit purpurnen Rippen die Seiten entlang. Goldgelbe Schilde mit Rändern von ganz weissem Silber auf ihren Rücken, mit eingravirten Emblemen und mit messerscharfen Rändern von weisser Bronce. Grosse zweihörnige Schwerter mit Heften von Zahn, mit silbernen Griffen, an ihren Gürteln. Zwei Speere mit abgerundeter Spitze in der Hand eines jeden Mannes von ihnen, mit Nietnägeln von Silber. Es waren auch Ringe (?) von im Feuer geläutertem Golde um jeden der Speere. Sie hatten weder Schuhe an den Füssen, noch Helme auf den Köpfen.

[2]  253a line 9Die dritte Schaar, d. i. die Schaar, bei der sich Mane selbst befand: Füfnzig rothbraune Pferde, lang und von besonderer Grösse, darin, und fünfzig weisse Pferde mit rothen Ohren, die waren langschwänzig, nachdem sie alle in Purpur gefärbt waren, nämlich ihre Schwänze und ihre Mähnen. Zweilinige Zügel an diesen, nämlich Schellen von rothem Gold auf der einen Linie und Schellen von ganz weissem Silber auf der anderen Linie. An ihnen allen Gebisse von Gold und von Silber. Eine abgerundete Scheibe von Gold mit Glöckchen am Halse eines jeden der Pferde. Der Ton dieser Glöckchen, wenn sie von den Pferden bei ihren Schritten in Bewegung gesetzt wurden, war melodisch wie die Saiten von Lauten, wenn sie in der Hand von Künstlern geschlagen werden. .. Wagen von weisser Bronce mit Rippen von Gold und Silber zwischen je zweien dieser Pferde. Fünfzig purpurne Schabracken mit Fäden von Silber daran, an die Kasten der Wagen gebunden,  p.465 und mit Schnallen von Gold nach aussen daran, über den Rändern der Wagen, mit wundervollen Figuren (?) darauf. Fünfzig weissgesichtige, schlanke junge Burschen in diesen fünfzig Wagen, und es gab keinen unter ihnen, der nicht der Sohn eines Königs und einer Königin und eines Helden und eines Kriegers der Connachter war. Fünfzig purpurne geränderte Mäntel um(hüllten) sie, mit Rändern, die mit Gold und Silber verziert waren. Vier broncene Ohren (?) an jedem Mantel. Eine Spange von im Feuer geläutertem, rothem Golde an jedem Mantel. Hautartige Leibröcke von Seide mit Hakenverschlüssen von geglühtem, gelbem Golde an ihre weisse Haut gegürtet. Fünfzig silberne Schlachtschilde mit ihrer Einfassung von Gold und mit einer bunten Mannigfaltigkeit von Karfunkelgemmen und kostbaren Steinen jeder Farbe hatten sie auf den Rücken. Zwei Leuchten der Tapferkeit von fünfzinkigen Speeren in der Hand jedes Mannes von ihnen. Fünfzig Nietnägel von weisser Bronce und von Gold in jedem Speer von ihnen.

[3] Wenn auch jeder von ihnen einen Scheffel Gold schuldig wäre, die Nietnägel des Speers eines jeden von ihnen würden ihn bezahlen. Ringe(?) von im Feuer geläutertem Golde um jeden der Speere. Unten an ihnen allen eine Hebestelle (?) von Karfunkeln, mit viel bunter Verzierung derselben (der Speere) durch kostbare Edelsteine. Sie flammten aber in der Nacht wie die Strahlen der Sonne. An ihren Gürteln hatten sie fünfzig goldgriffige lange Schwerter, mit Heften von Zahn, die mit Gold und Silber verziert waren, in ... Scheiden von weissem Silber. Fünfzig Pferdestecken von weisser Bronce mit Haken von Gold in ihren Händen. Sehr schön war dann und stattlich war der Jüngling, der sich unter ihnen befand, langwangig, vollstrahlend, breitgesichtig. Lockiges, goldgelbes langes Haar an ihm, so dass es bis auf seine Schultern herabfloss. Ein stolzes, flammendes Auge, blau, krystallklar, in seinem Kopfe. Ähnlich dem Dache des Waldes im Mai oder dem Fingerhut des Gebirges jede seiner zwei Wangen. Es schien dir, als wäre ein Regen von Perlen in seinen Kopf geworfen worden. Es schien dir, als wären seine Lippen ein Paar Korallenäste.  p.467 Weiss wie der Schnee von einer Nacht sein Hals und überhaupt seine Haut. Sieben Jagdhunde um seinen Wagen an Ketten  253b von Silber, und ein Apfel von Gold an jeder Kette, so dass das Klingen der Äpfel an den Ketten genügende Musik war. Es gab keine Farbe, die nicht an den Hunden war, die er bei sich hatte. Sieben Mann Hornisten mit Hörnern von Gold und Silber waren bei ihnen, mit vielfarbigen Gewändern an(gethan), mit weissgelben Mähnen auf ihnen. Drei Druiden waren vor ihnen, mit silbernen Diademen auf ihren Häuptern, mit bunten Mänteln um, und mit ehernen Schilden, und mit Rippen von Messing an ihnen. Drei Harfenspieler, jeder von ihnen mit königlichem Aussehen, in ihrer Begleitung, in purpurnen Mänteln.

[4] Sie kamen darauf in diesem Aufzuge nach Cruachan, und sie machten ihre drei Festumfahrten auf dem Anger von Cruachan. Sie verabschieden sich darauf von Medb und Ailill, und begeben sich in dieser Weise auf den Weg und die Reise nach Ráith Ini. “Ein schönes Kommen ist es zunächst!” sagte Bricriu, “ich weiss (aber) nicht, ob ihr schön (zurück)kommen werdet!” “Es wird ein Gang sein, von dem man wissen wird!” sagte Mane. “Ich weiss”, sagte Bricriu, “eine Tagesexpedition würdet ihr machen, aber ihr würdet nicht zu einem Feste in der Nacht im Gebiete Conchobar's bleiben!” “Ich gebe mein Wort”, sagte Mane, “bis dass wir ein Fest von drei Tagen und drei Nächten in Dúnad Geirg abhalten, kehren wir nicht nach Cruachan zurück!” Er hielt sich nicht länger auf bei dem klugen Gerede (?) gegen sie, sondern machte sich auf den Weg und die Reise.

[5] Als aber die Botin nach Dúnad Geirg gelangt war, begann man dort für den Zug Vorbereitungen zu treffen. Ihre Häuser wurden belegt mit hübschbelaubter, grünbelaubter Birke und mit einer hohen Streu von frischen Binsen. Ferb schickte ihre Gespielin, d. i. Findchoem, die Tochter der Erg, zusammen mit der Botin, um sich den Zug anzusehen, wie sie kämen. Sie brauchte nicht lange dazu. Als sie fertig war mit dem Urtheil über sie, ging sie mit sicherem Bericht nach dem Söller, in dem sich Ferb  p.469 befand. Und sie sprach zu ihr: “Ich sehe”, sagte sie, “eine Schaar nach dieser Stadt (kommen), und seit Conchobar Emain erhalten hat, kam nie zuvor, und wird nicht kommen bis zum (jüngsten) Gericht, eine hübschere oder eine schönere oder eine kunststückreichere Schaar als die Schaar, die jetzt über die Ebene zieht. Es kommt mir vor, als befände ich mich in einem süssen Apfelgarten, durch den Duft, der uns aus ihren Gewändern entgegenkam, nachdem sie von dem leichten Winde bewegt worden waren, der über sie kommt. Jedes Kunststück und jede Übung, die der Jüngling macht, der sich unter ihnen befindet: ich sah nie zuvor seines Gleichen. Er wirft seinen Stab die Weite eines Wurfes von sich, seine Hunde springen ihm nach, in der Weise dass seine Hunde zwischen ihn (den Stab) und den Boden kommen, und der Jüngling zwischen ihn und das Firmament, so dass er (der Stab) nicht den Boden erreicht, so dass sie ihn auf diese Weise zwischen sich fassen”. Darauf kommen die Leute von Dunad Geirg, so dass sechzehn Mann von ihnen beim Anschauen erstickt wurden. Darnach springen sie am Thore der Stadt ab, ihre Wagen werden niedergelassen, ihre Pferde abgespannt, und sie kommen von da hinein in die Festung, und es wird ihnen wahrhaft schönes Willkommen geboten, und Vorbereitung wird getroffen zu einem reinen Bade für sie. Es wird darauf in dem grossen Kriegerhause gegeben, das sich unmittelbar angesichts der Festung befand. Es gingen ihnen sofort herrliche Lieferungen von all der vorzüglichen Nahrung zu, die auf dem Rücken der Erde vorhanden war.

[6] Als sie aber Freude hatten im Genüsse ihres (Festes) zu sein, kam ein scharfer heftiger Windstoss, so dass er den ganzen Hügel der Festung erschütterte, und dass das Bretterhaus  254a erzitterte, in dem sich die Schaar befand, so dass ihre Schilde von ihren Haken fielen und ihre Speere von ihren Gestellen, und so dass ihre Tische von ihnen weggeblasen wurden wie die Blätter eines Eichenwaldes. Die jungen Männer sind erstaunt darüber, und Gerg fragte den Druiden Mane's, was dieser Wind zu bedeuten habe. Da antwortete Ollgaeth,  p.471 der Druide Mane's: “Wahrlich mich dünkt”, sagte er, “kein gutes Zeichen ist es, unter dem man heute Abend zu dieser Werbung gekommen ist. Conchobar wird über euch kommen, hütet euch vor ihm(?), er wird morgen früh Medb in der Schlacht besiegen, nachdem ihr alle umgekommen seid, so viele ihr im Hause seid!” Und er machte darauf das folgende Mustergedicht:

    I.

    Ollgaeth
  1. Ein Getöse der Wind, schrecklich der Lärm! ... !
    Sicher der Ausspruch: der Mann wird siegen! Ein Speer durch Gerg!
  2. Wurf des Wagenlenkers durch die Lende des Königs, eine That mit Gift!
    Blut wird tropfen von der Schulter der Männer! Speer gegen Speer!
  3. Der Schild wird dröhnen vor starkem Schlag aus weisser Hand!
    Leiber werden im Bette des Carn sein, Männer werden sterben!
  4. Tod des Königssohns von der Lanze des Königs! wird scharfe That sein!
    Hohes Denkmal um seinen harten Körper! traurig die Geschichte!
  5. Badb wird brechen — wird wilde Macht sein — eine Bresche gegen Medb!
    Eine Menge Morde! Niederlage über das Heer! Traurig das Getöse!

[7] “Wenn aber Jeder mir unterthan wäre”, sagte der Druide, “würde diese Festung heute Nacht verlassen werden!” Er wurde deshalb scharf von Mane getadelt. Gerg sagte Folgendes:
Es wäre Nichts, weshalb sie bei ihnen in Schrecken gesetzt werden sollten, denn nicht wären die Helden oder Krieger von Ulster bei Conchobar versammelt. “Auch wenn ihr gar nicht hier wäret”, sagte er, “würden ich und meine zwei Söhne Conchobar eine Schlacht liefern.” Ihre Waffen wurden darauf von  p.473 ihnen aufgehoben, und sie schenkten dem, was der Druide gesagt hatte, keine Beachtung.

[8] Als Conchobar am Anfang dieses Tages in Emain im Schlafe lag, und seine Königin neben ihm, d. i. Mugain Etanchaithrech, die Tochter des Eocho Fedlech, da sah er ein schönes Weib zu ihm an sein Lager kommen. Sie hatte das Aussehen einer Königin an sich. Krausgewelltes, kronenblondes Haar in Strähnengürtel (?) um ihr Haupt. Lagen (?) von Seide an ihrer weissen Haut. Ein sanftglattes, weiches Tuch von grüner Seide um ihren Hals. Zwei vorn runde Sandalen von weisser Bronce zwischen ihren sanftglatten Fusssohlen und der Erde. “Hin zu dir alles Gute, o Conchobar !” “Was giebt es für uns von diesem?” sagte Conchobar.

[9] “Sieben Jahre von dieser Nacht an”, sagte sie, “(da) wird der Raub der Rinder von Cualnge ausgeführt und wird Ulster verwüstet werden, und wird der Donn von Cualnge davongetrieben werden; und der Sohn des Mannes, der das thun wird, Mane Mórgor, der Sohn von Ailill und Medb, er ist gekommen um bei Ferb, der Tochter des Gerg von Glenn Geirg, zu schlafen, dreimal fünfzig ihre Zahl! Mach dich auf”, sagte sie, “dreimal fünfzig Fomore gegen sie, und der Sieg wird mit dir sein!” Da sprang Conchobar auf und weckte seine Königin und erzählt ihr seine Vision. “Es ist wahrlich genug”, sagte Mugain, “was es schon zwischen uns und den Connachtern giebt!” “Sicher ist”, sagte er, “auch wenn wir uns ruhig verhalten, wird jener Raub ausgeführt werden.” “Halte Rath darüber mit Cathba”, sagte Mugain, “und der Rath, den er dir geben wird, den sollst du ausführen!” Conchobar spricht darauf mit Cathba, damit er ihm eine Prophezeiung machte. Und er machte darauf den Anfangsvers eines Gedichtes, und Cathba antwortete ihm:

    II.

    Conchobar
  1. Finde aus bei dir, o guter Cathba,
    welche Beunruhigung ist in meinem Sinn, p.475
    welch grosse Vernichtung steht mir bevor,
    o Cathba, o Druide von Emain!
  2. Cathba
  3. O Conchobar der Helden!
    würdevoller König von Ulster!
    Viel Helden werden davon fallen,
    das wird das Zeichen deiner Vision sein!
  4. Conchobar
  5. Nenn alles Üble, das davon kommen wird,
    führe vor die Prophezeiungswahrheit!
    sprich nicht, wegen der Gefahr, eine Lüge!
    denn es giebt keinen Druiden deines Gleichen!
  6. Cathba
  7. Fallen wird Mane, (der) erhaben über jeden Schimpf,
    der Sohn der Medb von Cruachan-Mag!
    und fallen werden durch That der Klage
    dreimal fünfzig von seinen Gefährten!
  8. Jene Schaaren aus dem schönen Cruachan,
    sie kehren nicht von dir zurück!
    Denn um so grösser ist dein(?) Ruhm aber!
    hüte dich mit Wachsamkeit (?) und finde!

[10]  “Du kommst heil, o König”, sagte er, “mit Triumph und Sieg  254b und Ruhm (zurück).” Damals war es, dass Cathach Catutchend, die Tochter des Dímór, nach Emain kam. Diese war eine berühmte Kriegerin; von den Ländern Spaniens her war sie aus Liebe zu Cuchulinn nach Emain gekommen. Sie trat in dieses Heer ein, zusammen mit Conchobar. Es kamen auch die drei berühmten Männer aus den Stämmen der Fomore dahin, der Ruhm(?) des Barbarenthums, nämlich Siabarchenn Sohn des Suilremar, und Berngal Brec und Buri Borbbriathrach. Es kam auch Facen Sohn des Dublongsech von den alten Stämmen der Ulter dahin, und Fabric Fiacail Neme aus Gross-Asien, und Forais Fingalach von (der Insel) Man. Darauf zog Conchobar aus, dreimal fünfzig Krieger um(gaben) diese, und er nahm keinen von den Ultern mit, nur er selbst und  p.477 sein Wagenlenker, nämlich Brod, und Imrinn der Druide, d. i. der Sohn des Cathba. Auch hatte keiner von ihnen einen Diener mit, mit Ausnahme von Conchobar's Diener, sondern sie hatten ihre Schilde auf ihren Rücken und ihre breitgrünlichen Lanzen in ihren Händen und ihre schweren, wuchtige Schläge austheilenden Schwerter an ihren Gürteln. Nicht ihre Zahl war aber an ihnen zu schätzen: ihr Stolz des Sinnes war gross. Als sie darauf hingekommen waren, so dass sie die Festung von da aus erblickten, sahen sie einen gewaltigen schweren Nebel über der Festung. Das eine Ende desselben war kohlschwarz, und seine Mitte roth, und das andere Ende grünlich. Conchobar fragte darauf: “Was prophezeit, o Imrinn”, sagte er, “der Nebel dort, den wir über der Festung sehen?” “Wahrlich, er prophezeit”, sagte Imrinn, “nächtlichen Kampf und Tod für diese Nacht!” Und er machte darauf das folgende Retoric: R.

III.

Schwarzer Nebel von Gift,
grünliche ...,
rothe zweiseitige Schärfe,
Todesbedrängnisse (?),
denn Seiten werden zerschnitten werden,
Hände werden verrenkt werden,
Leiber werden zerfleischt werden,
Nacken werden kahl gemacht werden
in dem Hause Gerg's
von der Zeit der mörderischen neunten Stunde
bis zur Mitte des Tages!
Grabeslager auf dem Boden!
ein junger Mann ist's, der austheilen wird die Todesschwärze!


S.

Conchobar zog darauf nach der Festung hin. Damals war auch das eherne Fass dort in das Haus gestellt, das später den Namen Ol guala hatte. Und es war mit dem Wein gefüllt. Es fiel dem Schenken sein klares (?) Schöpfgefäss von weissem Silber aus der Hand in das Fass, so dass dieses drei  p.479 Wellen über seine Ränder ergoss. Da sprach Ollgaeth der Druide:

    IV.

    “Wehe”, sagte der Druide, “... der Becher!
    Nicht lange währts, (dann) wird er bei den Fremden sein!
    denn Schaaren werden verwundet werden,
    Krieger werden vernichtet werden!
    Häuser werden zerstört werden,
    Emain wird (Lärm?) finden,
    Einzelkämpfe werden angesagt werden
    Tag und Nacht
    zwischen der Schaar Gerg's und (der) Conchobar's
    in diesem Hause heute Nacht!
    Nicht glücklich der Sohn, den eine Mutter gebar,
    in diesem Haus heute Nacht!”

[12] Conchobar kam an das Thor, und die Fremden lassen darauf den Ruf der Plünderung ertönen, wie es ihre Sitte war, um die Festung herum. Darauf erhebt sich Gerg und erheben sich seine zwei Söhne, nämlich Conn Coscorach und Cobthach Cnesgel (Weisshaut), und sie ergreifen ihre Waffen. Und Gerg sprach zu Mane: “Lass du die Sache unter uns Ultern selbst ausmachen, damit du erfährst, wer von uns der Tapferste ist. Wir alle sind für dich verantwortlich. Es ist gut für dich, dass wir zusammen fallen. Wenn wir es sind, die hier fallen sollten, so übernimm du (den Platz), wenn du kannst.” Gerg und seine zwei Söhne gehen darauf hinaus, mit ihren Leuten bei sich. Und sie machten sich daran, die Stadt zu behaupten und nach aussen gegen Conchobar zu kämpfen; und lange Zeit lassen sie keinen über sich hinein. Einmal nun ging Gerg über das Thor hinaus nach dem Vordertreffen, und man (?) versuchte den Helden von der Festung weg hinaus zu treiben, und es ergriff ihn ein Hauen und Schlagen nach jeder Richtung und nach jeder Seite um die Festung herum, und fünf Mann von den Fomore fallen durch ihn  255a in Folge dieses Ansturms, und es fällt durch ihn der Druide, nämlich Imrinn, der Sohn des Cathba,  p.481 und er schlägt ihm den Kopf ab und nimmt den Kopf mit sich hin nach dem Thore zu.

[13] Da kam Cathach Catutchenn zwischen ihn und das Thor und sie bot ihm scharfen heissen Kampf. Indessen Gerg schlug ihr den Kopf ab, und er nimmt ihn mit sich hinein in das Haus, in dem sich Mane befand, nachdem er (Gerg) stark verwundet worden war. Und er wirft die Köpfe in Mane's Gegenwart von sich, und setzte sich darauf auf sein Lager und stiess seinen Seufzer aus und bat um einen Trunk. Da kam Conchobar heran mit seinen Leuten, so dass sie an der Aussenseite des Pfahlwerks waren. Und sie halten in ihren linken Händen ihre Schilde über ihre Köpfe und reissen mit ihren rechten Händen das Pfahlwerk zu sich heraus und schreiten (hinüber), so dass sie auf dem Boden der Stadt waren, und es war da (Alles) ein Thor für sie, nachdem die Befestigung niedergebrochen war.

[14] Da schleudert Brod (d. i. der Diener Conchobar's) den einen der zwei Speere ab, die er in seiner Hand hatte, in das Haus hinein, so dass er durch den Schild, der vor dem König Gerg war, fuhr, und durch eine verwundbare Stelle seines Körpers fuhr, so dass es ein Kreuz war quer durch seinen Leib hindurch, nach Durchbohrung seines Herzens, und so dass er durch Airidech, d. i. den Diener Gerg's, ging, so dass sie beide entseelt niederfielen. Conchobar wendete sich darauf gegen die Mannschaft Gerg's durch das Castell hin, so dass dreissig Krieger von den Leuten Gerg's durch ihn fielen, allein von der That seiner eigenen Hand, ohne das, was durch seine Leute fiel. Es fielen auch eine Menge seiner Leute durch jene.

[15] Da erhob sich aber Nuagel, die Tochter Erge's, das war die Frau Gerg's, und sie stiess ihre drei zornigen Rufe der Klage aus und nahm den Kopf ihres Mannes in ihren Schooss. “Wahrlich, bei meinem Wort”, sagte sie, “gross ist die That eines Dieners, die Brod gethan hat, nämlich Gerg in seinem eigenen Hause zu tödten!” “Viele aber”, sagte sie, “werden dich beweinen, und obwohl du um deiner Tochter willen gefallen bist, (so gab es doch) viele Mädchen, in denen zu dir  p.483 selbst Liebe war”(?). Und sie gab laut Zeugniss davon und machte den Anfangsvers eines Liedes:

    V.

    Nuagel
  1. Gerg ist dies, der hier liegt!
    durch die Schuld seiner Tochter ist es,
    durch ihre Schuld ist er hier,
    der Stolze, hingestreckt im Kampfe!
  2. Gross der Kampf, den Gerg unternahm,
    ein jugendlicher Krieger weiss, waffenroth,
    ein Mann edel, stolz, männlich,
    kundig, schön, hochweise!
  3. Wer ist der Held, der besser war als Gerg!
    wo ist die Haide, die nicht kochte vor Zorn!
    wo ist die Schaar, die deinen Tod nicht beweinen,
    nicht nach dir verbreiten würde ohne Unterlass!
  4. Kummer für mich, dich auf deinem Todeslager zu sehen,
    schöner blondhaariger Gerg!
    o Freund der Schaaren zu jeder Zeit,
    traurig ist für mich, dass du todt bist!
  5. Vor uns du in Glenn Geirg,
    bei Loch Áne und bei Irard
    und bei diesen Quellen im Süden!
    (es gab) viele Frauen, deren Liebe du fandst!
  6. Du warst ein Freund für jede Schaar,
    jeder war dir völlig zu Willen,
    lieb war jedem dein freundliches Wort,
    gewiss ist, du warst guter Rath! 1.
  7.  p.485
  8. Gross waren deine Rechtssprüche,
    stattlich waren die Versammlungen!
    du warst ein König von Herren mit Güte,
    du warst blutig im wahren Kampfe!
  9. Dein Haus war gross, es war bekannt,
    obwohl darin dein Schaden geschah!
    dort hat er dich getödtet: am Platze des Königs!
    obwohl es gethan worden ist, war es frevelhaft!
  10. Brod hat dich getödtet, und es kam ihm nicht zu,
    so dass er durch dich hindurch den Airidech traf!
    du selbst und dein Diener davor,
    auf ein Mal seid ihr gefallen!
  11. Gross die That des Dieners, obwohl ein Fluch,
    die Brod gethan, es war ein Unheil!
    einen König von Irland (?) zu tödten vor der Zeit!
    Er hat uns und ihn getödtet!

[16] Es unternahmen nun weiterhin die zwei Söhne Gerg's, nämlich Cobthach Cnesgel und Conn Coscorach, die Festung zu halten, und sie wurden nicht  255b ohne blutige Thaten in die Flucht geschlagen (?). Nicht gestattete es die grosse Kraft dem Mane still zu bleiben, ohne selbst zu gehen, um seinen Schwiegervater an den Ultern zu rächen. Und er erhob sich darauf und nahm seinen grossen Kriegerschild auf sich und seine zwei glattscharfen kantigen, grossen Speere in seine Hand, und sein schweres, wuchtige Schläge austheilendes, hartscharfes Kampfschwert an seinen Gürtel. Und seine dreimal Fünfzig erhoben sich zu gleicher Zeit mit ihm. Es war nicht leicht ihn auszuhalten. Gross war der Stolz des Sinnes und der Natur und das Triefen von Übermuth, das in dem Herzen eines jeden von ihnen war. Sie hatten auch grosses Begehren und Verlangen, Tapferes zu thun. Stattlich, liebenswürdig, wohlgesittet war der Königssohn, der vor ihnen war, und obwohl er dem Alter nach ein Knabe war, war er der grossen Tapferkeit nach ein Krieger.  p.487 Er war der Milde des Bierhauses, und war der Harte des Streites, und war eine Schlange voll Gift; er war eingedenk der Feindschaft; er war der Funke des Kampfes; er war der an Kraft Gleiche, wenn (ein Anderer) sich erhob; er war ein Spender von Schätzen; er war der Mitleidige bei einer Verwundung; er war Feuer bei einer Beleidigung; er war der Kraftstein dem Zorn gegenüber; er war die Woge des Gerichtes an wilder Gewalt; er war ein Reh an Hurtigkeit; er war eine Eiche an Festigkeit; er war die Spitze von Kampf und Verwundung der drei Connacht, und er war ihr Hauptkrieger in der Versammlung, und ihre Hand des Spendens von Schätzen, und ihr gutes Material zum (künftigen) Könige!

[17] Er hielt es nicht für ehrenvoll, dass irgend Jemand in der Welt bei gleichgrosser Zahl käme um ihm gegenüber das Haus zu übernehmen. Sie jagten darauf die Fomore vom Hause weg hinaus. Mane hatte nicht die Hand eines Arztes zu der Stunde. Und es fielen neun Mann von den Fomore allein bei seinem ersten Angriff. Da kam der Brigant von Gross-Asien, Fabric Giftzahn, in das Vordertreffen, und er begann ein Schlagen und Vernichten und Zermalmen und Tödten des Haufens vor ihm her, und man widerstand ihm nicht, bis er an die Stelle kam, wo Mane war. Da setzte jeder von beiden dem andern Schild gegen Schild, und sie waren im Kampfe, so dass es sich bis über Mitternacht hinzog, und Fabric brachte dem Mane drei furchtbare Wunden bei, und Mane schlug ihm den Kopf ab, nach der Ermattung vom Kampfe. Was Conchobar anlangt, so war die Tapferkeit eines Helden bei ihm, denn es fielen durch ihn dreissig volltapfere Krieger von den Leuten Gerg's um dessen Sohn, d. i. um Conn Coscarach. Das Heer aber beider Seiten fiel sich gegenseitig an; es fehlte wenig, dass nicht die Zehen der Füsse zusammen kämpften bei dem gegenseitigen Sichzermalmen. Durch die Festung hin reichte das Blut bis an die Kniee der Männer. Durch den nächsten Gau wurde das in Stücke Hauen der Schilde und der Tartschen 2 gehört, und das Klirren der breitgrünlichen Lanzen und der hartscharfen Schwerter beim Zusammenschlagen, und das Zerschmettern der Schädel  p.489 bei ihrem Erschlagen, und das Brüllen der Krieger, wenn ungleicher Kampf über sie gebracht wurde.

[18] Es kam aber Mane nach der Vernichtung der Fomore zu Facen dem Sohne des Dublongsech, so dass sie lange Zeit im Kampfe waren. Facen fiel in Folge davon. Es fiel auch Siaburchend, Sohn des Slissremar, durch Cobthach Cnesgel, Sohn des Gerg. Mane und Cobthach wurden darauf in das Königshaus gejagt, nachdem ihre Leute eine Niederlage erlitten hatten, und sie hielten das Haus tapfer und männlich bis zum Morgen, und Niemand kam gegen sie hinein.

[19] Am Ende dieser Nacht ging dasselbe Weib, das dem Conchobar die Nachrichten gebracht hatte, und kam zu Medb dahin wo sie schlafend auf ihrem Lager in Cruachan Ai war, und sagte da zu ihr: “Wenn du  256a Prophezeiung hättest”, sagte sie, “o Medb, würdest du nicht schlafen!” “Was giebt es?” sagte Medb. “Conchobar steht im Begriff”, sagte sie, “die Oberhand über Mane zu gewinnen, und Mane wird durch ihn fallen. Mache dich jetzt auf und du wirst ihn rächen!” Und sie gab den Anfangsvers eines Liedes und Medb antwortete, während sie schlief.

    VI.

    Die Badb
  1. O Medb, was liegst du im Schlaf!
    weisst du, wie es mit dir steht?
    wenn du der Prophezeiung kundig bist,
    wäre es Zeit für dich aufzustehen!
  2. Medb
  3. O weisse Frau, schön mit Glanz,
    was für eine schreckliche Mähr ist es, die du erzählst?
    Wer sind die Feinde, die hergekommen sind,
    was für eine Art Menschen, wie ihre Namen?
  4. Die Badb
  5. Conchobar, das Haupt der Helden,
    Der vielsiegreiche hohe König von Ulster,
    nicht hielt er aus seine Gluth oder Wuth,
    dass er diese Nacht Glenn Geirg zerstöre!
  6.  p.491
    Medb
  7. Wo ist der Ort, da Gerg und Mane sind?
    Sind sie nicht an gleichem Orte?
    Wenn sie es sind, so ist seine Zerstörung nicht leicht
    für die Mannschaft von Conchobar's Haus!
  8. Die Badb
  9. So hoch auch Mane's Sinn
    wegen der Schönheit seiner guten Gestalt,
    er hat nicht die Macht über seinen Kopf
    bei seinem Zuge diese Nacht nach dem Glenn!
  10. Medb
  11. Wenn der grosse Mane getödtet wird,
    so wird es der Untergang von Truppen, wird es die Niederlage von Schaaren sein!
    Erheben werden sich Helden mit Tapferkeit
    sowohl in Cruachan als auch in Emain!
  12. Die Badb
  13. Erhebe dich und räche deinen Sohn!
    Versammle die Provinz von Connacht!
    Du wirst die Schaaren bitter zerhauen,
    wenn du dich jetzt erhebst, o Medb!

[20] Darnach erwacht Medb und sie weckte Ailill und erzählt ihm die Vision, die sie gesehen hatte, und erzählt es darauf unter den Leuten. “Das war gewiss nicht wahr”, sagte Bricriu. Als Fiannamail, der Sohn des Fergus Forderg, d. i. der Sohn des Wirthschafters von Cruachan, dies hörte, wartete er nicht auf alle anderen, sondern ging vorwärts dem Mane nach, denn Mane war sein Pflegebruder; denn der achte Knabe von Cruachan war er, Fiannamail. Medb wählte sich siebenhundert bewaffnete Männer aus, die besten, die damals in Cruachan zu treffen waren. Da kam Domnall Derg Drechlethan (Breitgesicht), Sohn des Duban Sohnes des Ingamain: dieser war der beste Krieger, den es hinter einem Schild und Schwert und Speer in der Provinz Connacht gab, und auch er war dem Mane ein lieber Pflegebruder. Und er ging auf demselben Wege vor allen anderen; dreissig Krieger, das war ihre Zahl, und der Name eines jeden von ihnen war Domnall. Auch Medb ging darauf in ihrem  p.493 Zuge hinter ihnen einher. Bis hierher die Vision Medb's und die Ursache ihres Zuges.

[21] Was aber Mane's Schicksal anlangt, so behauptete er (das Haus) bis zur heiteren Zeit des (Sonnen)aufgangs am andern Morgen, und nicht glücklich in Ruhe und leicht wurde diese Nacht von ihnen, beiderseitig in gleicher Weise, verbracht. Als sie sich gegenseitig sahen beim Lichte des Tages, erinnerte jeder den andern an seinen Schaden, und Conchobar begann seine Leute anzustacheln. “Wenn es die Ulter wären, die ich mit mir hätte, so würde der Kampf nicht so ausgehalten werden, wie er bei den Fomore ausgehalten wird!” Tapferkeit stieg empor in der Brust der Fomore in Folge dieser grossen Anstachelung, und sie gaben sich hart und heftig dem Kämpfen hin, und liessen nicht ab davon, bis sie durch die Thore des Königshauses hineinkamen. Der königliche Palast, in den man da kam, war schön und war berühmt. Bedauerlich war das schlimme Leid, (das) über ihn (kam). Es waren darin hundert Tische von weissem Silber und dreihundert von Erz und dreihundert von weisser Bronce. Es waren ferner da dreissig Schöpfgefässe von ganz weissem Silber aus Spanien an den Rändern der Fässer. Es waren ferner da zweihundert Hörner aus Kuhhörnern mit Verzierung von Gold und Silber, und dreissig Becher aus Silber und dreissig Becher aus Erz,  256b und vierzig ... . An der Wand daselbst ein Bettraum von weissem, leinenem Laken mit wunderbaren Figuren. Da stiess das Heer der beiden Seiten mitten in dem Hause zusammen. Da gab es Tod für das Heer in grossem Masse, Cobthach Cnesgel, der Sohn Gerg's, kam, nachdem er die Fomore erschlagen hatte, an die Stelle, wo Berngal Brec dabei war den Männern von Connacht die Köpfe abzuhauen. Berngal aber fiel durch Cobthach, nach der Ermattung vom Kampfe. Ferner fiel Buri Borbbriathrach von der Hand Mane's, und (dieser) gerieth darauf in Raserei und wüthete unter der Schaar der Fomore das Haus entlang, und es fielen durch ihn dreissig Krieger von ihnen. Als der tapfere kampfessiegreiche Held, Conchobar, die Wuth sah, in der sich Mane befand, wendete  p.495 er sich gegen ihn, und Mane erwartete ihn wüthend wachsam, und sie kämpften lange Zeit, und sie brachen neun junge Männer unter ihre Füsse, Mane schleuderte (seinen Speer) die Weite eines Wurfes mit Zorn und Wuth, so dass er ein Kreuz durch Conchobar hindurch bildete. Und während Conchobar (bemüht) war den Speer herauszuziehen, verwundete (ihn) Mane mit dem breitgrünen Speerkopfe, der in seiner Hand war. Und Brod kam Conchobar zu Hülfe; und Mane brachte ihm drei furchtbare Wunden bei, und Brod war darnach nicht mehr kampffähig. Conchobar wendete sich darauf gegen Mane und ... ihn mit Vernichtungsschlägen von allen Seiten, bis er durch ihn entseelt todt niederstürzte. Und er begann darauf die Schaar um ihn niederzuhauen, nach allen Seiten im Hause, so dass sie fielen Sohle an Sohle und Nacken an Nacken das Haus entlang. Was giebt es aber da weiter, als dass keiner lebendig davon kam von den dreimal fünfzig Kriegern, die mit Conchobar gekommen waren, ausser ihm selbst und Brod, und wenn es auch so war, heil kamen sie nicht davon. Conchobar jagte Cobthach, den Sohn des Gerg, von der Festung hinweg. Und während er ihn über die Ebene hin verfolgte, kam das Mädchen, nämlich Ferb, die Tochter Gerg's und die Kundschafterin zugleich mit ihr an die Stelle, wo Mane war, in seinem Blute liegend und als eine blutige Masse, und sie weinte und jammerte. “Bei meinem Worte, wahrlich, sagte sie, obwohl du jetzt allein bist, viele Nächte warst du in Gesellschaft!” Und sie gab dies Lied, indem sie Zeugniss für ihn ablegte:

    VII.

    Ferb
  1. O Knabe, dein Lager ist roth!
    ...
    Schlimm das Zeichen, in dem du von deinem Hause kamst!
    Ein Vorzeichen von Thränen wird es für deine Angehörigen sein!
  2. Viele sind es, denen du Schlimmes zufügtest
    in der Nacht, da du im Lager warst!
    Sohn der Medb, (der Herrin) der Familie,
    hoher Spross von hoher Ehre!
  3.  p.497
  4. Sohn Ailill's, der nicht schwach ist,
    nicht von dir die That, der du dich gerühmt hast!
    Traurig ist für mein Herz und für meinen Leib,
    dass du dort für immer liegst!
  5. Knabe, der gewandteste, den ich gesehen habe!
    du warst ein Stab von Gold auf dem Kissen!
    Wenn auch deine Zusammenkunft mit Jemandem stattgefunden hat,
    war sie (doch) dies: deine letzte Zusammenkunft!
  6. Deine Hand war rauh im Kampfe,
    du warst ... der Fomore!
    Gross das Dröhnen deiner Schläge an den Kopf!
    Viele waren es, bei denen du umher kamst!
  7. Deine Farbe war schön, lieblich,
    du warst eingedenk, (die Pflicht) erfüllend,
    du warst flink über jedes Thal!
    Viele waren es, bei denen du umherkamst!
  8. Geziemend für mich war Leid um dich
    wegen einer Zusammenkunft, obwohl es nicht dazu kam!
    Nicht kleiner deshalb die Liebe — ohne Klage —,
    wenn auch von ihr mein Unglück kommt!
  9. Leid thut mir, dass du hier daliegst,
    mein Knabe, o Sohn der Medb!
    und leid thut meinem Herzen
    derjenige, der dich erwartet!
  10. Es war selten für dich ohne deine Waffen zu sein,
    bis es dich getroffen hat und du starr-todt bist!
    Es hat dich verwundet der hellglänzende Speer,
    und es hat dich durchbohrt ein anderer!
  11.  p.499
  12. Und es hat dich zerschnitten das grausame Schwert,
    und ein Regen von Blut ist über die Wange geflossen!
     257a Und es hatten dich umgeben alle,
    die die Mannen der einen Schaar waren!
  13. Ach, was waren sie für mich,
    die nicht den Hauptkummer (?) gesehen haben!
    Mein Geliebter, mein Erwählter aus der Menge,
    und mein Mann werth guten Schatzes!
  14. Er ist der meiner werthe Mann für meine Tage,
    Mane der Grosse, der Sohn Ailill's!
    Ich werde sterben davon, ihn zu entbehren,
    dass er nicht zu meiner Wahrnehmung kommen wird!
  15. Sein purpurner Mantel an der Stätte des Königs,
    sehr versetzt er mich in Kummer!
    nachher nahm (sie) ihm Niemand ab,
    seit er die Waffen empfangen hatte sie zu schwingen!
  16. Er selbst auf dem Boden des Hauses
    und seine Hand, nachdem sie abgehauen ist!
    und sein Speer, in einen Helden stiess er ihn,
    und sein Kopf in der Hand Conchobars!
  17. Und sein Schwert, das wuchtig schlagende, starke,
    nahm er 3 von ihm in die Ferne,
    und seinen Schild, da wo er von ihm fiel,
    beim Vertheidigen seiner Leute!
  18. Fünfzig Krieger um ihn dreimal,
    traurig, dass sie alle für Nichts gegangen sind!
    Gross ihr Seufzen, als er sie nahm,
    indem sie ihn vertheidigten, sind sie gefallen!
  19.  p.501
  20. Er selbst ein Held — es ist keine Lüge —,
    er theilte viel Schätze aus!
    Nicht geringer ist, dass er davon fiel,
    indem er seine Leute vertheidigte!
  21. Er liegt da in grausamer Weise,
    der Jüngling von Connacht — mit Schmuckheit seiner Schaar!
    Wehe seinen Leuten — reine glänzende Ehre —
    und wehe seiner reinen Genossin!
  22. Ich vermag nichts für dich,
    denn es ist mir die Übelthat angethan worden!
    Mein Herz ist gebrochen davon,
    indem ich dich ansehe, o Knabe;

[22] Da kam Fiannamail der Sohn des Fergus Forderg mit dreimal fünfzig Kriegern bei ihnen an. Der Bote beschrieb (sie) ihr (der Ferb), und erzählte ihm (dem Fiannamail) schmerzliche Nachrichten. Er gerieth darauf in Wuth, und verlangte Kunde, wo er Conchobar fände, und sie machten ein Lied zwischen sich:

    VIII.

    Ferb
  1. Fiannamail (kommt) hier zu uns,
    er ist bei uns gesucht worden,
    wie gut auch sein Benehmen bei sich zu Hause,
    er ist für immer von seinen Angehörigen geschieden!
  2. Fiannamail
  3. O Mädchen, die Nachricht ist schmerzlich,
    die du mir mittheilst in scharfer Reizung:
    Geschieden sein von meinen Angehörigen — Menge von tapfern Thaten! —
    wenn sie hier es sind, die gefallen sind!
  4. Ferb
  5. Diese sind deine Angehörigen,
    jedoch ohne dass du sie ausfindig machen könntest (?)!
    Sie haben getödtet, sie sind getödtet worden weithin,
    es war ein Kampf von (blut)rothen Feinden!
  6.  p.503
    Fiannamail
  7. Und Mane, ist er am Leben,
    mein Kamerad, mein Genosse,
    mein König, mein Fürst bei mir zu Hause,
    mein schöner geliebter Freund?
  8. Ferb
  9. Bitter ist für mich das, was du sagst,
    O Fhiannamail, fenischer!
    du bist im Wahn, ohne Zweifel,
    du wirst hier sein letztes Lager finden!
  10. Fiannamail
  11. (Gieb) Kunde mir — Zorn hat mich überwältigt —
    wenn du es weisst, o reine Ferb!
    sage mir, wo ist der Ort, an dem sich befindet
    Mane der Grosse, der Sohn Ailill's?
  12. Ferb
  13. Wehe, wehe ...
    Weisst du (es) nicht, o Fiannamail?
    Mane ist mit gefallen
    und das Ganze seiner Mannschaft!
  14. Fiannamail
  15. Wer hat den grausamen Kampf veranlasst?
    wer hat geglänzt bei der Niederlage?
    und wer hat Mane getödtet?
    und sind sie an gleichem Orte?
  16. Ferb
  17. Die Ulter sind von Norden gekommen
    mit ihrer Kraft schwertrothen Kampfes,
    so dass sie das Haus gegen uns nahmen
    mit dreimal fünfzig kühnen Kriegern!
  18. Fiannamail
  19. Die Geschichte wird gegen die Ulter gehen,
    sie sind schuldig, ohne verletzt worden zu sein!
    Sie werden getödtet werden im Westen und Osten,
    wenn die Männer von Connacht am Leben bleiben!
  20. Ferb
  21. Ich gebe dir meine Versicherung,
    Fiannamail, weil du sehr klug bist,
    dass von den Ultern — ohne Hehl —
    nur ein einziges Paar lebendig davongekommen!
  22.  p.505
    Fiannamail
  23. Wer sind die zwei, die hier davongekommen?
    welche Art Personen? wie sind ihre Namen?
    und wohin sind sie davongegangen,
    die Grosses gethan zu unserem Schaden?
  24. Ferb
  25. Conchobar und Brod — ohne Trug —
    sie sind es, die aus dem Kampfe davongekommen,
    zwei Speere durch Conchobar selbst,
    und ihrer drei durch Brod, nicht weit davon!
  26. Fiannamail
  27. Wer hat Conchobar den Krummen verwundet?
    wer hat (ihn) in schlimmen Zustand versetzt?
    Nicht glücklich sein Gehen ohne Verbot,
    wenn er das Verlangen nach Heilung hat!
  28. Ferb
  29.  257b Mane (war es), der Conchobar verwundet hat,
    zwei Speere! nicht war es eine Verordnung!
    Er tödtete darauf Mane,
    das ist das Wahre über ihn, o Fiannamail!

[23] Fiannamail geht darauf vorwärts in Verfolgung Conchobar's, da kam ihm Niall Weisskopf, der Sohn Conchobar's, entgegen und zugleich mit ihm hundert Mann Bewaffnete von Conchobar's Haushalt, indem sie Conchobar suchten. Ein heisser wilder Kampf wurde zwischen ihnen gekämpft. Zugleich wurde in Folge davon über Fiannamail “Überwältigung der Männer (durch Überzahl)” gebracht und wurde ihm nicht “das Recht der gleichen Zahl” gewährt, bis er entseelt todt niederstürzte. Andrerseits waren dreissig Krieger durch ihn allein gefallen. Da begann das Mädchen die Burschen von Connacht anzusehn. “Bei meinem Wort, wahrhaftig”, sagte sie, “nicht aus Mangel an Tapferkeit oder Tüchtigkeit seid ihr gefallen, sondern Überwältigung (durch die Überzahl) ist über euch gebracht worden, aber doch,” sagte sie, “ist durch euch die gleiche Zahl mit euch gefallen, wenn ihr auch gefallen seid!” Und sie sang das hier folgende Lied:  p.507

    IX.

    Ferb
  1. Traurig dies, ihr Burschen von Connacht,
    nicht giebt es Flaum zu euerem Kissen!
    Euer Springen, es ist ein Springen ohne ...,
    ihr habt einen Schlag über das Auge gefunden!
  2. Welche Schaar war schöner als ihr seid,
    und wäre besser für einen Hauptkämpen!
    Euere Gestalt, sie war eine glänzende (?) Gestalt,
    euer (Lebens-) Faden ist bitteres herrenloses Gut(?)!
  3. Der Faden eueres Auges, er ist ausgebrochen,
    gefunden habt ihr den Trank der Bezwingung, des Todesgiftes!
    hart für sie war der Streit mit euch,
    der Kampf schied (?) in kalten Leibern!
  4. Ihr habt hundert bewaffnete Männer getödtet!
    Euch zerriss der fürstliche Hund!
    Euere Geschichte ist hart und Streit verursachend,
    ist ein Vorzeichen von Thränen in furchtbarer Weise!
  5. Traurig ist mein Können für euch,
    indem ich Thränen vergiesse und jammere!
    Lieber wäre mir, mit euch zu gehen,
    und zu Asche verbrannt zu werden!
  6. Ihr wart die schönste Schaar in Irland!
    die Burschen von Connacht, ich beweine sie!
    Jeder, der sie getödtet hat, nicht ist er stattlich,
    ich sehe ....
  7. Gross war euere Schaar im Kampfe
    gegen die Fomore!
    Viel Frauen (sind es), die Ach und Wehe rufen werden
    hinter den sehr Stolzen her!
  8.  p.509
  9. Stolz kamen sie in das Haus,
    sie hatten keinen Vasallen zum Vater!
    Seit sie das Recht der Fürsten annahmen,
    war es nicht angemessen für sie zu fliehen!
  10. Ihr habt die Badb gespeist, die bleiche,
    vermittelst der Waffen — genügend ihre Härte — !
    Die Burschen von Connacht mit Schönheit,
    (sie sind) Menschen mit einer schweren Art traurigen Zustandes!

[24] Darauf kam Domnall Derg Breitgesicht, Sohn des Duban, auf den Anger der Festung. “Domnall Derg, der Sohn Duban's”, sagte die Kundschafterin, “ist gut, was Speer und Schwert anlangt! Kühn für die Stunde der Tapferkeit ist jeder, der hierher gekommen ist, und seine Hülfe für seinen Pflegebruder wäre gross gewesen, wenn er zu ihm, als er lebte, gekommen wäre!” Als das Mädchen (es) hörte, ging sie hinaus ihm entgegen und reizte ihn sehr und machte einen Vers, und Domnall Derg Breitgesicht antwortete ihr:

    X.

    Ferb
  1. O Domnall, Sohn des lieben Duban!
    Geier der gefährlichen Tapferkeit!
    Wenn du auch kühn bist um einer That des Ruhmes willen,
    dein Pflegebruder ist getödtet worden!
  2. Domnall
  3. Wenn auch Mane der Erleger gefallen ist,
    übertraf er (doch) seine Zeitgenossen
    an Klugheit, an Tapferkeit, an Ruhm,
    an Ehre und an Milde!
  4. Ferb
  5. Nicht ist es das Thun von Helden, das du thust,
    Seufzen, Weheruf und Klagen!
    Weil davon Mane nicht (wieder) kommen wird,
    wäre besser gewesen muthig gegen die Feinde!
  6.  p.511
    Domnall
  7. Ich werde ein feuriger Stier sein in den Kämpfen!
    ich werde Blut durch die Haut springen lassen!
    ich werde viel unaufhörliche Hiebe versetzen
    Conchobar dem Schwertrothen!
  8. Ferb
  9. Nicht wäre zuviel gewesen Conchobar der Schöne
    zur Rache für Mane den Muthigen!
    denn nicht wird kommen und nicht ist geboren
    Seinesgleichen aus Cruachan!
  10. Domnall
  11. Conchobar, so gross auch sein Ruhm,
    und Niall und Feradach,
    zur Rache für Mane — ein scharfes Zerhauen! —
    meine Hand wird sie vernichten, o Ferb!
  12. Ferb
  13.  258a Wenn du es wärst, o Domnall Derg,
    den die Ulter tödteten um Ferb's willen,
    so würde die Rache dafür berühmt werden
    durch die Geschichte von Mane dem Grossthatigen!
  14. Domnall
  15. Weil er selbst es ist, der gestorben ist,
    Mane Mórgor, mit Grösse eines Kriegers,
    werde ich nicht westwärts nach meinem Hause gehen,
    damit keiner am Leben bleibt von den Ultern!
  16. Ferb
  17. Es würde Ruhe sein für mein gutes Herz,
    es würde ein Trost sein für meine Seele,
    wenn alle Ulter dafür vernichtet(?) würden
    von deiner ungestümen Hand, o Domnall!

[25] Domnall hatte nicht lange zu warten, da sah er einen grossen Haufen auf sich zu (kommen), in dem vierhundert bewaffnete Männer um Feradach Langhand, den Sohn Conchobar's, waren. Jeder von ihnen wendete sich wider den andern. Da wurde über Domnall “Überzahl der Männer” gebracht, und er gerieth in Wuth, und es fielen fünfzig Krieger durch ihn, und es fiel jeder Mann von seinen Leuten, und er selbst verwundete den Feradach zweimal. Ein “Feindemorden” (?) wurde da mit ihm gemacht, und Feradach schlug ihm den Kopf ab  p.513 und stiess sein Triumphgeschrei aus, und seinen Leuten wurden die Köpfe abgeschlagen, und ihr (der Sieger) Triumphgeschrei wurde ausgestossen.

[26] Das Mädchen ging darauf hin, so dass sie im Anschauen Mane's (versunken) war. “Hässlich ist”, sagte sie, “wie es jetzt hier steht, o Knabe! und ich werde aus Kummer um dich sterben, obwohl durch dich mein Vater umgekommen ist und sein Sohn, und wahrscheinlich ist es nicht dies allein, wenn Medb kommen wird!” Und sie machte das folgende Lied aus Traurigkeit:

    XI.

    Ferb
  1. Traurig dies, o Sohn der Medb,
    o schöner, kluger Knabe!
    Blutig, überroth ist deine Haut,
    von dir her ist unser Unglück gekommen!
  2. Durch dich ist mein Vater getödtet worden,
    er war ein guter Krieger, ein guter Vasall!
    Durch dich ist sein Sohn getödtet worden,
    nicht leicht für mich, es zu vergessen!
  3. Durch dich wird viel Übles gethan werden,
    ich habe es erkannt an dem Aussehen, das an dir ist!
    Viel Übles wird davon kommen
    für das Volk von Mane und von Ferb!
  4. Mein Herz ist gebrochen davon
    beim Anschauen deines Todeslagers!
    Fluch über die Hand, die dich zerschnitten
    und dich in ein schlechtes Bett gebracht hat!
  5. Viel Mädchen, denen du Leid geben wirst!
    viel Frauen! dass du getödtet bist, o rein-kluger!
    Viel Versammlungen, die dich beklagen werden,
    und dass du fehlst, du allein!
  6.  p.515
  7. Du warst schön bisher
    mit deinen jungen Hunden bei der Jagd!
    hoch war bei dir dein Sinn
    wegen der Herrlichkeit deiner guten Gestalt!
  8. Du bist hässlich jetzt,
    bleich sind deine Hände!
    Wehe (dem), der nicht weinen wird, dünkt uns:
    dein Kopf ist ab von deinem Leibe!
  9. Schlimm die Nachricht, die westwärts getragen wird
    zu der Finnabair der reinen Geiseln!
    Der Bericht über ihren Bruder für sie, mit Zorn,
    und dass er fehlt der reinen Ferb!
  10. Ailill und Medb von der Ebene (Mag Ai),
    sie werden nicht am Leben bleiben!
    Verändert ist das Aussehen deiner Wange!
    Nicht ich bin es, der nicht genug des Elends ist!

[27] Da kamen zu Conchobar seine zwei Söhne, nämlich Niall und Feradach. Auch Medb kam, mit siebenhundert Kriegern bei ihr, so dass sie angesichts (?) des Schlachtfeldes war. Sie machte eine kleine harte Phalanx eines Bündels (von Kriegern) für sich, und erhob vor sich das Schlachtbanner, und richtete sie gegen Conchobar, um ihren Sohn und seine Leute an ihm zu rächen. Und obwohl Conchobar voll Wunden und Verletzungen war, so war er doch nicht der Medb aus dem Wege zu gehen, sondern sie aufzusuchen (bestrebt), bis er sie traf Stirn gegen Stirn. Jeder von ihnen beginnt den Andern zu schlagen und zu vernichten, zu verstümmeln und zu zerhauen, zu zermalmen und zu tödten. Medb trug da den “Durchbruch der Krieger” in die Schlachtreihe der Ulter, so dass durch sie fünf Mann fielen, um die zwei Söhne Conchobar's, nämlich um Niall Weisskopf und um Feradach Langhand. Conchobar andrerseits begann das übrige Heer zu zersprengen und zu zerreissen und zu tödten wie eine wüthende, verwundete Löwin unter  258b Schweinen, so dass er  p.517 schnelle Heilung hatte 4, nach dem wie die Stücke (von) Blut herabfielen (?) durch die Grösse des Zornes, der ihn ergriffen hatte, nachdem seine zwei Söhne getödtet worden waren.

[28] Medb wird darauf geschlagen, und es fallen dreimal fünfzig volltapfere Krieger von ihren Leuten, und die Trabanten tragen sie darauf fort, wie es ihre Gewohnheit war, und Conchobar verfolgte die Niederlage, so dass er über Mag Ini hinaus ging. Conchobar kehrte darauf zurück nach der Festung Gerg's um sie zu verwüsten. Die Leute Gerg's liefern da unter der Führung des Cobthach Weisshaut dem Conchobar eine heftige (auf beiden Seiten) gleichkräftige Schlacht, in Vertheidigung ihrer Festung. Conchobar wendet sich gegen sie wie ein Wolf unter Schafe, und er kämpft mit Cobthach einen Zweikampf, und Cobthach fiel in Folge davon, und es wurde jeder getödtet, der von seinen Leuten tödtbar war. Und Conchobar führte mit sich, was er fand an Gold und an Silber und an weisser Bronce und an Hörnern und an Bechern und an Gefässen und an Waffen und an Gewandung. Er nahm auch mit sich das eherne Fass, das im Hause war, und wenn es voll war von Bier, pflegte es das ganze Land Ulster zu sättigen, und (dieses) ist es, das von den Ultern Ól n-guala genannt wurde, weil ein Kohlenfeuer in Emain in dem Hause zu sein pflegte, in dem es getrunken wurde, und von ihm ist Loch Guala Umai in Daminis des Gebiets von Ulster genannt worden, denn unter ihm (dem See) befindet es sich heute im Verborgenen. Er nahm auch mit sich die Königin, nämlich Nuagel, die Tochter Erge's, und deren Tochter, d. i. Ferb, und die dreimal fünfzig Mädchen zugleich mit ihr. Ferb starb sofort, und ihre dreimal fünfzig Mädchen zugleich mit ihr, aus Kummer über die Knaben. Auch Nuagel starb aus Kummer über ihren Mann und ihre zwei Söhne. Es wurde darauf ein Grab für Ferb gegraben, und ein Stein für sie wurde errichtet, und ihr Name in Ogam wurde darauf geschrieben, und ein Wall wurde um den Stein gemacht, so dass Duma Ferbe der Name für Ráith Ini ist; im Nordwesten befindet es sich.

 p.519

[29] Conchobar zieht fort mit Sieg und Triumph, bis er nach Emain kam, und er erzählt der Mugain seine Geschichten von Anfang bis zu Ende, und sprach mit seinem Dichter, d. i. Ferchertne Sohn des Dergerdne, des Sohnes des Garb, des Sohnes des Fer Rossa Ruaid, des Sohnes des Rudraige, dass er kurz ein Mustergedicht zum Gedächtniss dieser Geschichte machen solle. So sang dieser darauf das hier folgende Lied, und die Seherkunst (?) offenbarte ihm, dass diese Geschichte die Entwickelung zur Táin sein würde.

    XII.

  1. Die Vision Conchobars, des gerechten,
    des Sohnes Cathba's, des tapferen, weissen und grossen!
    der hohe König von Ulster — eine heile Fahrt —
    ...
  2. Conchobar lag da in einer Nacht
    im Schlaf, — nicht war er leicht —,
    da sah er Etwas auf sich (zu kommen): ein Weib
    zu ihm an sein Lager!
  3. Purpurnes Gewand mit Figur von Gold
    ihre Ausstattung, — nicht war sie dürftig — ,
    seidene Streifen (?) über ihrem Kopfe,
    ein hohes Diadem von Gold um ihn herum.
  4. Sprach zu ihm das Weib mit Ruhm:
    "Gut das Zeichen, o Conchobar,
    Würde und Glück für dich
    von jeder Seite, weil du berühmt bist!"
  5. Conchobar
  6. "Was ist am nächsten uns davon?"
    sprach der Sohn der Ness, die Ehre der Familie (?).
    "Sag an, o Weib, uns mit Glanz,
    wie lange bis zu dem Zuge?"
  7.  p.521
    die Fee
  8. "Sieben volle Jahre von heute Nacht an,
    (da) wirst du veranlasst werden nach dem einen Orte zu ziehen
    mit Knaben, Weibern — eine Ehre, die sie tödten wird —
    wegen des kampfreichen Donn von Cualnge!"
  9. Conchobar
    "Wer trägt ihn davon — eine Rede ohne Lüge — ?
    wer hat übernommen den Kampf bis zum Tod (?)?"
    die Fee
    Das hohe Heer Irlands zieht umher
    um Ailill von Cruachan's Ebene!"
  10. Conchobar
  11. "Das will ich nicht, (es ist) eine Fährte, die nicht gut ist!
    sagte Conchobar, das Haupt (?) des Kampfes.
    "Giebt es eine andere glänzende Zusammenkunft,
    o Weib, blondhaariges, weissgliedriges?''
  12. die Fee
  13. "Es giebt eine berühmte That — Kost auf dem Wege(?) —
    und es ist kein Warten auf eine Lüge:
     259a der Sohn des Mannes, er kommt zu dir, ohne Schande,
    Mane Mór, der Gefeierte der Krieger."
  14. Er ist gekommen zu schlafen mit Ferb,
    mit der Tochter Gerg's von Glenn Geirg,
    mit dreimal fünfzig Kriegern — eine wahre Absicht —
    dies ihre Zahl, keine falsche Zählung!
  15. Um die neunte Stunde — eine reine klare Rede —,
    da ist die Feststellung des Festes!
    da verweilen sie beisammen,
    König des grossen schmucken Emain!''
  16.  p.523
  17. Conchobar
    "In welcher Zahl sollen wir gehen — ein Zug ohne Tadel —?"
    sagte Conchobar, der gerechte, schöngestaltete,
    die Fee
    "Brich auf gegen sie — eine Rede ohne Verrath —
    dreimal fünfzig Männer der Fomore!
  18. die Fee
  19. "Bei dir wird sein der Triumph mit Tapferkeit,
    o wettkampfreicher Conchobar!
    Ich werde die glänzende Geschichte auf mich nehmen,
    o König des grossen schmucken Emain!"
  20. Conchobar erwachte darauf
    und weckte seine Königin.
    Er erzählt ihr, was ihm erschienen war
    durch Offenbarung ohne Falschheit.
  21. Sprach zu ihm das Weib mit Güte,
    Mugain, die ehrenreiche mit grossem Verstand:
    "Genug ist doch, was es schon giebt
    zwischen uns und den Connacht!''
  22. Sprach Conchobar, der reine glänzende,
    der herrliche Gebieter des Kampfes:
    "Gewiss ist, wenn wir auch in unserem Hause bleiben,
    werden (doch) die Connacht kommen!"
  23. Mugain
  24. "Weil dir beschieden ist dahin zu gehen,
    werden wir dich nicht mit Gewalt abhalten,
    o Herrscher von Ulster, mit Schmuckheit des Heeres,
    dass du davon kommst nach reinem Siege!"
  25. Conchobar ging darauf hin
    mit derselben Zahl von ihnen — nicht war es Lüge —
    nach Rath Ini — eine scharfe Zusammenkunft —,
    wo Gerg sich befand, dem die Königsburg gehörte.
  26.  p.525
  27. Als sie nach der berühmten Feste gekommen waren,
    die bewaffnete Schaar mit klarem Sinn,
    gingen sie hinein — Wunderbarkeit der Ordnung —
    durch das Thor der grossen Burg.
  28. Conchobar schritt in den Hof,
    dreimal fünfzig Krieger — eine Stärke die bekannt war —,
    er lässt seine Leute draussen
    in ihrer Schlachtaufstellung, kluger Weise.
  29. Ein ehernes Fass im Hause des Königs,
    das dort gefüllt wurde mit dem Wein,
    als ankam — eine Rede ... —
    der Sohn der Ness, berühmt im Streite.
  30. "Wehe dort!" sagte der Druide,
    der sich von der Seite des Königs nicht wegwendete.
    "Ich habe erkannt ...
    Der Becher ist ... "
  31. Es war kein Verzug darauf,
    dass Brod den Speer abschleuderte,
    so dass er durch Gerg hindurch war in dem Hause
    und durch den Becher.
  32. Conchobar kam in das Haus
    mit dreimal fünfzig unternehmenden Kriegern,
    so dass er Mane's Kopf davon trug
    mit seinen siebenmal zwanzig ...
  33. Conchobar lässt zurück im Hause
    seine Leute auf Kampfes Weise;
    ausser ihm allein und Brod
    entkam keiner von ihnen um zu berichten!
  34.  p.527
  35. Dasselbe Weib westwärts der Medb
    sagte Bericht, der nicht langweilig war:
    "Getödtet hat Conchobar deinen Sohn,
    übel die Stunde, da er zum Kampf mit ihm ging!"
  36. Medb ging vom Westen her zum Kampf,
    mit siebenhundert bewaffneten Männern,
    sie kämpften Stirn gegen Stirn
    auf der Ebene von Ulster gegen Conchobar.
  37. Medb tödtete da auf der Ebene
    sieben Mann auf Kampfes Weise
    mit ihrer eignen Hand — besser als jeder Held —
    um die zwei Söhne Conchobar's.
  38. Darauf wird Medb westwärts geschlagen,
    so dass es ein Verlust war aus ihrem Besitz,
    indem sie da zurückliess — so (war) es —
    siebenmal zwanzig kühne Krieger der Tapferkeit.
  39. Sie wenden sich darauf gegen die Stadt,
    die übermüthigen Ulter, sie füllten die Mauer,
    sie verwüsten, was darinnen war,
    mit einer Menge ... .
  40. Sie lieferten eine Schlacht mit Blut,
    die Leute Gerg's dort gegen die Ulter,
    so dass sie sich alle gegenseitig tödteten,
    König und königlicher Herr!
  41. Sie tödteten da — berühmt die Männer — :
    Sieben Finn, sieben Dub, sieben Temen
    um die Männer, die die Burg füllten,
    um dreissig sehr weisse Fergus!
  42. Dreissig edle berühmte Murethach,
    die bis zum Ende des Kampfes aushielten,
    dreissig Falbe, dreissig Fland
    um ein edles dreissig Domnalle!
  43.  p.529
  44. Dreissig Cobthach, dreissig Cond
    um dreissig gleichbraune Corpre!
    Dreissig Dubthach, dreissig Ross
    um ein schönes dreissig Oenguse!
  45.  259b Von hier an allzumal
    von den Kühnen der Heldenschaft der Tapferkeit (?)
    es giebt Niemanden, der ihr Ende weiss,
    sie waren alle in Ohnmacht!
  46. Alle diese — gewaltig das Geschrei
    durch den Lärm des Gefolges mit schwerem Entsetzen —,
    um ihren Herrn, der die Schlacht schlug,
    sind sie in jener Stunde gefallen!
  47. Eine Vorgeschichte zur schönen Táin bó Cúalnge,
    wird eine Vermehrung (?) für den Streit sein!
    Und von der Vision kommt her
    der Tod Mane's des Grossen, des Sohnes der Medb.
  48. Gross die Thaten, die davon entstanden,
    obwohl die Vision furchtbar war:
    Es fiel Gerg mit seiner Schaar,
    der gleichstarke Herr der Gastlichkeit.
  49. Conchobar kam mit Sieg,
    der Sohn der Ness, den die grossen Schaaren feierten,
    nach Emain Macha — eine glänzende That —,
    so dass seine Vision sich offenbart hat (?).

Ende.

Document details

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Title statement

Title (uniform): Das Freien um Ferb

Title (original, Irish): Tochmarc Ferbe

Title (translation, English Translation): The Wooing of Ferb

Editor: Ernst Windisch

Author: unknown

Responsibility statement

Translated by: Ernst Windisch

Electronic edition compiled and proof-read by: Beatrix Färber

Funded by: University College, Cork: School of History

Edition statement

1. First draft.

Extent: 10300 words

Publication statement

Publisher: CELT: Corpus of Electronic Texts: a project of University College, Cork

Address: College Road, Cork, Ireland—http://www.ucc.ie/celt

Date: 2014

Date: 2018

Distributor: CELT online at University College, Cork, Ireland.

CELT document ID: D301009

Availability: Available with prior consent of the CELT programme for purposes of academic research and teaching only.

Source description

Manuscript sources for Irish original

  1. Dublin, Trinity College Library, MS 1339 (olim H 2 18), ff. 253a– 259b. See CELT edition of LL Facsimile, G800011E, pp 1137–1161.
  2. London, British Library, MS Egerton 1782, fol. 69b-70b, p. 549ff (see Catalogue of Manuscripts in the British Museum by Robin Flower, vol. 2 (London 1926).

Editions and translations

  1. Windisch (see below), edition with German translation.
  2. A. H. Leahy, The Courtship of Ferb: An Old Irish Romance transcribed in the 12th century into the Book of Leinster. (English translation only.) (Irish Saga Library vol. 1) (New York 1902).
  3. Lady Augusta Gregory, Cuchulain of Muirthemne, 'The Wedding of Maine Mongor' (a shortened English version based on Windisch's translation) (London 1902).

Sources, comment on the text, and secondary literature

  1. Rudolf Thurneysen, Die irische Helden- und Königssage, Halle/Saale 1921, 58, 249f, 351–359.
  2. Myles Dillon, 'The Taboos of the Kings of Ireland', Proceedings of the Royal Irish Academy (Section C), 54 (1951/1952), 1–6, 8–25, 27–36.
  3. Philip O'Leary, 'The Honour of Women in Early Irish Literature', Ériu 38 (1987) 27–44.
  4. Gregory Toner, 'Authority, Verse and the Transmission of Senchas', Ériu 55 (2005) 59–84.

The edition used in the digital edition

‘Irische Texte mit Übersetzungen und Wörterbuch’ (1897). In: ed. by Whitley Stokes and Ernst Windisch. Vol. 3:2. Irische Texte. 445–556: 463–529. Leipzig: S. Hirzel.

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  editor 	 = {Ernst Windisch and Whitley Stokes},
  title 	 = {Irische Texte mit Übersetzungen und Wörterbuch},
  series 	 = {Irische Texte},
  editor 	 = {Whitley Stokes and Ernst Windisch},
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  publisher 	 = {S. Hirzel},
  date 	 = {1897},
  volume 	 = {3:2},
  note 	 = {445–556: 463–529}
}

 D301009.bib

Encoding description

Project description: CELT: Corpus of Electronic Texts

Sampling declarations

This text covers Ernst Windisch's German introduction and translation. The edition of the Irish original is available in CELT file G301009.

Editorial declarations

Correction: Text has been checked and proof-read twice. All corrections and supplied text are tagged. Readers are invited to email CELT when finding typos, and submissions will be credited.

Normalization: The electronic texts represents the edited text; the spelling was not changed except for rendering Windisch's Ue-, Ae- as Ü-, Ä-.

Quotation: Quotation marks are rendered q.

Hyphenation: Soft hyphens are silently removed. When a hyphenated word (hard or soft) crosses a page-break or line-break, the page-break and line-break are marked after the completion of the hyphenated word.

Segmentation: div0=the saga; ; p=the editorial paragraph. Page-breaks of the printed text are marked.

Standard values: Dates are standardized in the ISO form yyyy-mm-dd.

Interpretation: Names of persons and places are not tagged. Such tagging is planned in a future edition.

Reference declaration

A canonical reference to a location in this text should be made using “section”, eg section 1.

Profile description

Creation: Translation by Ernst Windisch 1896–1987 1896–1987

Language usage

  • The translation is in German. (de)
  • A few words are in Old/Middle Irish (ga)
  • Reference to English translation of title has the "en" attribute. (en)

Keywords: saga; prose; Ulster Cycle; medieval; wooing; translation

Revision description

(Most recent first)

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  2. 2014-08-06: SGML and HTML files created. (ed. Beatrix Färber)
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  4. 2014-07-27: German text proofed (1), structural and light content markup applied. (ed. Beatrix Färber)
  5. 2014-07-20: TEI header created based on G301009. (ed. Beatrix Färber)
  6. 2014-07-18: Introduction and text captured. (file capture Beatrix Färber)

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  1. Die andere, im Ms. übergeschriebene Lesart, “du warst roth-milde” würde auch passen. 🢀

  2. d.h. Schilde. 🢀

  3. Der im vorhergehenden Verse genannte Concbobar. 🢀

  4. Conchobar war verwundet worden, siehe lin. 419. 🢀

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